Pressemitteilung: Exzellenzuniversität Bonn

Am heutigen Freitag wurde die Universität Bonn im Finale der Exzellenzstrategie zur „Exzellenzuniversität“ gekürt. Ein toller Erfolg für die beteiligten Forscher*innen, aber keiner für das Bildungssystem.

Nachdem die Universität Bonn bereits im Januar über sechs Exzellenzcluster jubeln konnte, wurde sie nun auch als eine von elf Exzellenzuniversitäten deutschlandweit ausgezeichnet. Das ist zwar ein großartiger Erfolg für die vielen Menschen, die an den sehr diversen Clustern beteiligt waren. Für die Hochschullandschaft ist der Wettbewerb um „Exzellenz“ aber ein Ablenkungsmanöver.

„Das Bildungssystem ist unterfinanziert, Hochschulen stehen bereits um Drittmittel in teils existenzieller Konkurrenz. Mit einem Wettbewerb um die Bundes- und Landesmittel der Exzellenzstrategie werden die grundsätzlichen Probleme nicht gelöst, sondern eher verschärft“ ,so Lena Engel, Vorsitzende des AStA Bonn. „Dieses Fördersystem ist unsolidarisch und wird auf lange Sicht die Ungleichheit zwischen den Hochschulen weiter zementieren – die einen sind ‚exzellent‘, die anderen dürfen weiter auf Sparflamme operieren, in maroden Gebäuden und mit schlechter Ausstattung forschen und ganze Fachbereiche einsparen.“

„Einen solchen Wettbewerb kann man bei gleichen Voraussetzungen anstoßen“, ergänzt Nathaly Kurtz, stellvertretende AStA-Vorsitzende. „So hatten die Hochschulen Vorteile, die entweder bereits genügend Kapazitäten hatten oder diese auf Kosten anderer Projekte freigestellt haben.“ Außerdem: „Die Lehre spielt für die Beurteilung der Exzellenz überhaupt keine Rolle. Dabei sollte sie gleichberechtigt zur Forschung gedacht werden. Ohne Lehre, ohne Studierende wäre eine Universität nichts.“

Der AStA fordert die grundsätzliche Ausfinanzierung der deutschen Hochschulen und unterstützt den studentischen Dachverband FZS e.V. in dessen Positionen für ein gerechtes Bildungssystem.