Wohnen und Leben

Wohnheime

Das Studierendenwerk Bonn unterhält Wohnheimplätze für etwa 4000 Studenten. Diese sind größtenteils konkurrenzlos preiswert (ab 113 Euro) und von unterschiedlichem Niveau (von aufgekauften Südstadtwohnhäusern bis zu einem Hochhauskomplex in Tannenbusch). Sie haben daher eine beschränkte Wohnzeit (meist sechs bis acht Semester) und werden per Losverfahren vergeben; Bewerbungsschluss für eine Losnummer ist der 20. August für das Wintersemester bzw. der 20. Februar für das Sommersemester. Das Ergebnis liegt Mitte September bzw. Mitte März vor.

Hast du diesen Bewerbungstermin verpasst, besteht noch die Möglichkeit, jeden Monat um den 20. herum an der Verlosung der übriggebliebenen Plätze teilzunehmen. Der Termin für die Sondervergabe wird immer nach dem 10. jedes Monats durch Aushänge bekanntgegeben, kann aber auch telefonisch erfragt werden. Ansprechpartner ist die Zimmervermittlung im Studierendenwerk. Außerdem stehen die Termine auch im Internet. Du findest sie auf der Website des Studierendenwerks.

Wer Interesse hat, muss sich an dem Termin der Sondervergabe persönlich um Punkt 9 Uhr im Studierendenwerk Bonn, Nassestr. 11, Treppenhaus I, 2. Etage einfinden und ca. 300 Euro für die Kautionszahlung, seinen Studentenausweis, seine Losnummer (falls vorhanden) sowie ein paar Stunden Zeit mitbringen. Zunächst werden Bewerber mit Losnummern berücksichtigt, übriggebliebene Zimmer werden dann auch an Kandidaten ohne Nummer verlost.

Pünktliche Anwesenheit um 9 Uhr ist wichtig, früher zu kommen bringt aber nichts: Die Bewerbungen werden nach Losnummer bearbeitet und selbst bei den Kandidaten ohne Nummer findet eine Verlosung statt. Während der Vergabe sollte niemand die Etage verlassen, um den Aufruf nicht zu verpassen.

Achtung: Nach der Zahlung der Kaution muss noch der Mietvertrag unterschrieben werden!

Wichtig: Ausländische Studierende können an der Sondervergabe nicht  teilnehmen! Das liegt daran, dass ausländische Studierende bevorzugt aufgenommen werden (bis 40 % pro Wohnheim). Teilnehmer des Studienkollegs müssen sich im dortigen Sekretariat bewerben. Weitere Informationen dazu, findest du hier ...

Es gibt auch Wohnheime in freier Trägerschaft. Bei diesen Wohnheimen musst du dich direkt bis zum 15. Januar für das SoSe bzw. bis zum 15. Juni für das WiSe bewerben. Es lohnt sich aber auch, einfach mal zwischendrin dort anzurufen.

Die Adressen aller Bonner Wohnheime stehen im großen blauen Vorlesungsverzeichnis und im Internet auf der Seite der Uni hier ...

Zimmervermittlung

  • AStA: Zimmer- und Wohnungsangebote findest du am Schwarzen Brett oder im Internet. Wenn du ein Zimmerangebot hast, bring es bitte persönlich vorbei oder schick es per Fax: 262210 bzw. Tel.: 73-9089 bzw. 73-7030 oder 73-7043
  • Studierendenwerk: Wenn du ein Zimmer suchst, komme bitte persönlich vorbei. Zimmerangebote bitte an Frau Lödorf unter Tel: 73-7165 oder E-Mail: loedorf AT stw-bonn.de.
  • Anschlagbretter in allen Unigebäuden: Hier lohnt es sich auch, Wohnungsgesuche aufzuhängen.
  • Wohnungsanzeigen in Zeitungen/Zeitschriften (morgens ab 6 Uhr am Bahnhof erhältlich)
  • Bonner General-Anzeiger (Mi und Sa)
  • Annonce (Fr)
  • Schnüss (erscheint monatlich, normalerweise am letzten Dienstag im Monat; keine Online-Immobilienbörse)
  • Wohnungsbaugesellschaften: Eine Anfrage lohnt sich. Oft gibt es Angebote zu er schwinglichen Preisen, z.B. bei VEBOWAG: Tel: 30798-10. Weitere Nummern in den Gelben Seiten.

Wohnberechtigungsschein

Wenn du die Tagesanzeigen durchgegangen bist, wirst du ab und zu auf den Vermerk „Nur mit WBS“ gestoßen sein. Dieser Vermerk bezieht sich auf den Wohnberechtigungsschein, der sozial schwachen Mieter das Anmieten einer Sozialwohnung ermöglichen soll (für Einzelpersonen bis 45 Quadratmeter). Finden musst du diese Wohnung allerdings selbst und das ist bei 3.600 Suchenden, davon 1.200 in der für einzelne Studenten unerreichbaren „Dringlichkeitsstufe 1“, nicht gerade einfach. Trotzdem lohnt es sich, sich einen WBS zu besorgen und es zu versuchen. Infos gibt’s im Sozialreferat des AStA, und den WBS gibt es beim Amt für Wohnungswesen. Alle wichtigen Informationen findest du auf der Seite der Stadt Bonn.

Abschluß eines Mietvertrages

Bis zum Abschluss des Mietvertrages befinden sich Wohnungssuchende in einer schlechten Position. Die/der zukünftige/n Vermieterln soll der Eindruck vermittelt werden, du seiest ein ordentlicher und zuverlässiger Mensch, der die Miete zahlen und in der Wohnung weder Unfrieden stiften noch Schäden anrichten wird. Eventuell ist die VermieterIn dann auch bereit, auf eine Kaution zu verzichten oder sich mit einer niedrigeren Summe zufriedenzugeben. Manchmal kann es erfolgversprechend sein, über die Miethöhe zu verhandeln. Als Argument kann man anführen, dass man langfristig in der Wohnung oder dem Zimmer bleiben möchte und nicht nach einigen Monaten wieder ausziehen will.

Wenn du keinen allzu großen Hausstand hast und sich der Umzug relativ problemlos abwickeln lässt, kann es durchaus vernünftig sein, zunächst eine etwas teurere Wohnung zu akzeptieren und dann intensiv weiterzusuchen.

Achte aber auf die Kündigungsfristen. Und vor allem solltest du nichts voreilig unterschreiben und dich nicht einschüchtern lassen! Lass dir das, was du unterschreiben sollst, mitgeben. Begründe dies z.B. damit, du müsstest deine Eltern dazu befragen. Du kannst den Mietvertrag dann z.B. bei der Rechtsberatung des AStA checken lassen.

Mietsicherheit

Häufig verlangt der Vermieter eine Kaution, um bei rückständigen Mietzahlungen oder Beschädigungen der Wohnung abgesichert zu sein. Die Kaution kann zwischen einer halben und bis zu drei Monatskaltmieten liegen und muss vom Vermieter verzinst werden. Sie kann in bis zu drei Raten gezahlt werden. Einige Vermieter wollen das Geld gleich in einem Betrag erhalten, die Ratenzahlung steht dir aber gesetzlich zu.

Nach einem Auszug wird die Kaution nicht selten aufgrund fadenscheiniger Argumente erst einmal einbehalten. Du solltest dann vor einer sofortigen Rückforderung per Einschreiben mit Rückschein nicht zurückschrecken. Bei weiteren Fragen hierzu kannst du dich an die Rechtsberatung des AStA wenden.

Um beim Auszug nicht für Schäden der Vormieter haftbar gemacht zu werden, empfiehlt es sich, bei einer Begehung mit dem Vermieter vorhandene Schäden gemeinsam festzustellen, und schriftlich zu fixieren (ggf. mit Bilddokumenten, sprich Fotos), d. h. Erstellen eines „Übernahmeprotokolls“ zum Mietbeginn.

Weitere Informationen über Rechte und Pflichten beim Wohnen zu Miete findest du auf den Seiten des Mieterbundes.

Kündigungsfristen und Mieterhöhungen

Kündigungsfristen gelten sowohl für die/den VermieterIn als auch für die/den MieterIn. Deshalb empfiehlt es sich, gerade wenn du vorhast nicht lange dort wohnen zu bleiben, auf kurze Kündigungsfristen zu achten und keine Befristung einzugehen. Denn für gewöhnlich kommst du aus einem befristeten Mietvertrag nicht wieder raus und musst dann trotz Auszug weiter Miete bezahlen.

Es gibt drei mögliche Kündigungsfristen:

  1. Eine Einzelperson wohnt in einem möblierten Zimmer, das sich in der Wohnung des Vermieters/der Vermieterin befindet. In diesem Fall kann bis zum 15. eines Monats zum Monatsende gekündigt werden.
  2. Bei unbefristet abgeschlossenen Mietverträgen gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, die sich nach fünf-, acht- und zehnjähriger Mietdauer für die/den VermieterIn jeweils um drei Monate verlängert. Der/die VermieterIn muss zudem ein „berechtigtes Interesse“ an der Kündigung nachweisen, z.B. wegen Eigenbedarf oder fehlender Mietzahlungen. Für den Mieter gilt grundsätzlich eine Kündigungsfrist von drei Monaten, also unabhängig davon, wie lange schon in der Wohnung gewohnt wurde.
  3. Bei befristeten Mietverhältnissen kann von Seiten der/des Vermieterin/Vermieters eine Kündigung nur aus wichtigem Grund, also bei Störung des Hausfriedens, Zahlungsverzug oder vertragswidrigem Gebrauch erfolgen. Für die Mieterin/den Mieter ist es aber ebenso schwer, aus diesem Vertrag wieder herauszukommen, sodass du dir den Abschluss gut überlegen musst.

Mieterhöhungen sind mit zwei Begründungen zulässig:

  • Wenn der Gebrauchswert der Wohnung durch Modernisierung erhöht wurde. Allerdings müssen diese der Mieterin/dem Mieter spätestens drei Monate vor Beginn der Bauarbeiten schriftlich angekündigt werden, ebenso die bevorstehende Mieterhöhung. Luxusmodernisierungen, die die Wohnung unbezahlbar machen, musst du nicht akzeptieren. Anders sieht es aber z.B. bei Maßnahmen aus, die zum Energie sparen beitragen.
  • Mit Hinweis auf die ortsübliche Vergleichsmiete (Mietspiegel). Einen Überblick findest du im Internet auf der Seite der Stadt Bonn

Du solltest aber immer auf ein Sachverständigengutachten oder auf die Benennung von drei vergleichbaren Wohnungen bestehen, die die Mieterhöhung rechtfertigen.

Kostenlose Beratung und Mieterverein

Zum einen kannst du dich bei allen Mietangelegenheiten an die Rechtsberatung und das Sozialreferat des AStA wenden. Zum anderen gibt es die kostenlose Mieterberatung der Stadt für Besitzer des Bonn-Ausweises. Weitere Informationen hierzu findest du im Netz auf dieser Seite ...

Nichtsdestotrotz lohnt sich eine Mitgliedschaft im Mieterverein.

Sowohl bei Auseinandersetzungen um eine Mieterhöhung als auch um die sogenannten „Nebenkosten“ ist es wichtig und erfolgversprechend, wenn sich alle betroffenen Mieter untereinander absprechen und die Hilfe eines Rechtsanwalts/einer Rechtsanwältin oder des Mietervereins in Anspruch nehmen. Vor allem sollte man nichts voreilig unterschreiben und sich nicht einschüchtern lassen.

Der Mieterverein bietet für Studenten Beratung und Rechtsschutz. Er ist die Interessenvertretung der Mieter und setzt sich z.B. für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Mietrechts ein und hat einen Mietspiegel für Bonn veröffentlicht.

Die Mitgliedschaft im Mieterverein kostet dich eine einmalige Aufnahmegebühr von 18 Euro und zusätzlich pro Monat 6,25 Euro, die sich im Notfall aber lohnen.

Wichtig ist, dass du im Falle eines Rechtstreits rechtzeitig eingetreten bist, denn der Rechtsschutz wird erst nach drei Monaten gewährt!

Weitere Informationen zum Mieterverein findest du hier ...

Einwohnermeldeamt

Besitzt du endlich glücklich und stolz, denn du hast ein Zimmer oder eine Wohnung, musst du dich innerhalb einer Woche bei der Stadt Bonn anmelden. Wenn du Zweifel hast, wer für dich zuständig ist, ruf einfach unter Tel. 77-0 bei der Stadt Bonn an oder sieh auf dieser Seite nach. Dort findest du auch alle Informationen über Unterlagen und Formulare, die du zur Anmeldung mitbringen bzw. dort ausfüllen musst.

Dabei ist es durchaus sinnvoll, sich mit Erstwohnsitz in Bonn zu melden, da z.B. der Bonn-Ausweis nur dann zu „ergattern“. Und der Rat plant zurzeit (und immer mal wieder) die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer, bei der du quasi eine "Strafe" zahlen musst, wenn du nur mit deinem zweiten Wohnsitz in Bonn gemeldet ist, mit dem ersten aber z.B. noch bei deinen Eltern. Das gilt auch für Zweitwohnungen in Bonn selbst, also auch, wenn du mit dem Erstwohnsitz in Bonn gemeldet bist. In Köln gibt es diese Steuer schon, dort beträgt sie zehn Prozent der Jahreskaltmiete per annum.